habe heute ein Werbe-Spenden-Schreiben von Green-Peace erhalten… in welchem diese Schreiben dass das die von BP verwendete Chemikalie um den Ölteppich aufzulösen „Corexit“
http://de.wikipedia.org/wiki/Corexit

http://www.greenpeace.de/themen/oel/umweltkiller_oel/artikel/corexit_so_harmlos_wie_spuelmittel_oder_hochgiftig/

Lassen wir das Ölzeitalter hinter uns!

Am 20. April 2010 trat am Bohrloch der Plattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko Gas und Öl unkontrolliert aus (Blow-Out). Das austretende Öl- Gas-Gemisch entzündete sich; die Plattform explodierte. Elf Arbeiter der 126-köpfigen Besatzung kamen ums Leben, 17 wurden verletzt. Am 22. April sank die Deepwater Horizon.
Aus verschiedenen Lecks am Meeres- boden floss das Öl in einer Tiefe von etwa 1.500 Metern. Nach Angaben der US-Regierung sind insgesamt etwa 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer ge- flossen.
Es handelt sich um die bislang größte Ölkatastrophe auf dem Meer in der Ge- schichte der USA.

Alle Bereiche des Golfs von Mexiko sind von den Ölkatastrophe betroffen:
•    die Tiefsee inklusive des Meeresbo- dens, deren Lebensgemeinschaften fast völlig unbekannt sind
•    die Wassersäule, das heißt der Bereich vom Grund des Meeres bis zur Was- seroberfläche
•    die Meeresoberfläche •    die verschiedenen Küstenökosysteme
der Golf-Anrainerstaaten

Entlang der US-amerikanischen Golfküste sind mehr als 30 Naturparks von der Ölkatastrophe bedroht oder be- reits betroffen. Mangrovenwälder, ausge- dehnte Feuchtgebiete und verzweigte Flussläufe säumen die Küste. Davor befin- den sich zahlreiche Korallenriffe. Vor allem die Bundesstaaten Louisiana, Alabama, Mississippi und Florida sind be- troffen.
Schätzungen zufolge leben über 8.000 Tier- und Pflanzenarten in diesen Regio- nen; darunter vier bedrohte Meeresschild- krötenarten und 29 Meeressäugerarten. Bis zum 27. August 2010 wurden 5.169 tote Vögel, 549 tote Schildkröten, 79 tote Delphine und ein toter Wal gefunden1.
Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen. Wissenschaftler vermuten, dass sich der Großteil des Öls noch unter Wasser befindet.
Abhängig von den Wind-, Wetter- und Strömungsverhältnissen könnte sich das Öl in den nächsten Wochen weiter aus- breiten und in Regionen vordringen, die bisher verschont blieben.
Welche langfristigen Folgen diese Kata- strophe für die Tier- und Pflanzenwelt hat, ist noch nicht abzuschätzen. Vorsorglich hatten die zuständigen Behör- den große Bereiche der betroffenen Re- gionen circa 20 Prozent der US Gewässer im Golf für die Fischerei gesperrt. 2
Das Greenpeace Schiff „Arctic Sunrise“ untersucht und dokumentiert von August bis Oktober 2010 die Auswirkungen der Ölkatastrophe auf die verschiedenen Be- reiche des Golfes.
1 http://www.deepwaterhorizonresponse.com/go/docty- pe/2931/55963, Stand: 25. August 2010
http://www.nmfs.noaa.gov/pr/health/oilspill.htm, Stand: 25. August 2010
2http://sero.nmfs.noaa.gov/deepwater_horizon_oil_spill. htm Stand: 26. 08.2010

Die „Deepwater Horizon“ befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls über dem Ölfeld des „Macondo Prospects“, das im sogenann- ten Mississippi Canyon Block 252 etwa 66 Kilometer vor der Küste Louisianas liegt. An diesem Feld ist BP zu 65 Prozent be- teiligt. Bei der gesunkenen Plattform han- delt es sich um einen sogenannten Halb- taucher, Baujahr 2001.
Diese Plattform war nicht am Meeresbo- den fixiert, sondern frei schwimmend und hielt sich über satellitengestützte Navigati- on auf Position. Sie konnte in einer Was- sertiefe bis 2.440 Meter arbeiten und bis zu 9.144 Meter tief bohren.
Die Plattform gehörte dem Schweizer Unternehmen „Transocean“. BP hatte die Deepwater Horizon bis zum Jahr 2013 geleast. Zum Zeitpunkt des Unfalls sollte eine sogenannte Aufschlussbohrung beendet werden. Die genauen Umstände der Explosion werden untersucht. Sicher ist nur, dass der sogenannte Blow-Out Preventer, der einen unkontrollierten Aus- tritt von Öl und Gas verhindern sollte, nicht funktioniert hat.
Gescheiterte Maßnahmen
1. Einsatz von Chemikalien
Unter massivem Einsatz von Dispersions- mitteln (in diesem Fall Corexit) versuchte BP seit Beginn der Katastrophe, das Öl in kleine Tröpfchen zu zersetzen. Die Chemi- kalien sollten direkt an der Austrittsstelle das ausströmende Öl daran hindern, an die Meeresoberfläche zu gelangen. Die Verwendung des Mittels auf der Meeres- oberfläche sollte die Ölteppiche auflösen, die sich bereits gebildet hatten.
Greenpeace befürchtet, dass der Einsatz von Corexit negative Auswirkungen auf die Umwelt haben wird und steht dem Einsatz kritisch gegenüber.
Welche Wirkung die Chemikalien auf die Lebewesen in der Tiefsee haben, ist nicht bekannt.

Es gibt Hinweise, dass das mit Disper- genzien versetzte Öl mehr Schäden anrichtet als die der beiden Substanzen für sich alleine. Die Anwendung von Core- xit-Produkten ist in Großbritannien, dem Standort des BP-Mutterkonzerns, verbo- ten. In Deutschland ist der Einsatz von Di- spersionsmitteln zur Ölbekämpfung auf See grundsätzlich untersagt.
2. Abfackelung
Um die Küsten zu schützen, hat man ebenfalls von Anfang an versucht, durch kontrolliertes Abfackeln den Ölteppich zu begrenzen.
Das Abfackeln funktioniert nur zeitnah bei passenden Wind- und Wetterverhältnis- sen. Diese Methode führt zu einer gigantischen Luftverschmutzung mit giftigen, teils krebserregenden Rückstän- den aus der Verbrennung. Es bleibt eine zähe, schadstoffbelastete Masse zurück. Vor dieser Maßnahme muss das Öl mit Sperren zusammengetrieben werden.
Es ist aus der Sicht von Greenpeace sinnvoller, das Öl abzusaugen, statt es zu verbrennen.
3. Stahlglocke
Eine etwa 1.000 Tonnen schwere Stahl- glocke, die am 8. Mai über das Leck ge- stülpt wurde, sollte das Öl auffangen und so für eine gewisse Eindämmung sorgen. Dieser Versuch scheiterte, da Eiskristalle, sogenanntes Methanhydrat, den Trichter verstopften, durch den das Öl nach oben fließen sollte.
Am 16. Mai wurde ein Siphon (Stopfen mit Auffangrohr) in den sogenannten Riser (ursprüngliche Rohrverbindung zur Deepwater Horizon) eingeführt. Somit konnte etwa neun Tage lang ein Teil des austretenden Öls über ein schmales Rohr aufgefangen werden.
4. Operation „Top Kill“
Ab dem 26. Mai pumpte BP, im soge- nannten „Top Kill“ Verfahren schweren Schlamm in das defekte Bohrloch.

Die Schlamm-Masse sollte einen größeren Druck als das austretende Öl- Gas-Ge- misch erzeugen. Zusätzlich sollten Golf- bälle und Gummireste das obere Ventil im Blow-Out Preventer verstopfen. Beide Verfahren scheiterten.
Am 31. Mai wurde über ferngesteuerte Roboter oberhalb des Blow-Out Preven- ters der Riser gekappt. Anschließend wur- de eine Haube über das ausströmende Öl gestülpt. Im Gegensatz zum ersten Ver- such war diese Kuppel deutlich kleiner. Die Bildung von Eiskristallen wurde unter- bunden, indem Methanol als „Frost- schutzmittel“ in die Glocke injiziert wurde. Diese Glocke war über eine Leitung mit ei- nem Schiff verbunden, welches das Öl auffing. Das aufgefangene Gas wurde ab- gefackelt. Ein zweites, seit Mitte Juni ar- beitendes System fängt ebenfalls am schadhaften Blow-Out Preventer Öl und Gas ab und leitet diese auf eine weitere Bohrinsel, wo beide abgefackelt werden.
Mit diesen Methoden gelang es, einen Teil des Öls abzufangen. Über die tatsächli- chen Mengen gibt es unterschiedliche An- gaben. Den Ölaustritt konnten diese Ver- fahren jedoch nicht stoppen.
Eine weitere Abdichtungskappe führte am 15. Juli zu einem vorläufigen Stopp des Erdölaustritts. Anfang August wurde über den oberen Zugang in einem so genann- ten „Static Kill“ Verfahren das Bohrloch mit schwerem Schlamm und Zement ver- siegelt.
Entlastungsbohrungen – die letzte Lösung? Seit dem 2. Mai führten in der Nähe des Unglücksortes zwei Bohrplattformen sogenannte Entlastungsbohrungen durch, mit denen das Loch endgültig geschlos- sen werden soll.
Das Prinzip: Man versucht, das Bohrloch knapp oberhalb des Ölreservoirs zu treffen, um über diesen Zugang den Bohr- schacht mit Hilfe von schwerem Schlamm und Zement zu versiegeln. Nach Angaben

von BP wird sich dieses Unterfangen noch bis September hinziehen. Es ist als zusätzliche Maßnahme zu den „Static Kill“ Verfahren vorgesehen. Aktuell erwägt BP die Entlastungsbohrungen nicht abzu- schließen.
Wie viel Öl ist ausgetreten?
Die Schätzungen über die ausgeflossene Ölmenge gingen und gehen weit ausein- ander. Nach Angaben der US-Regierung strömten täglich zwischen 8,5 Millionen und 10 Millionen Liter Öl aus dem Bohr- loch. Dies entspricht einer Gesamtmenge von 780 Millionen Litern.
Zum Vergleich: Bei dem bisher schwers- ten Ölunglück in den USA, der Havarie des Tankers Exxon Valdez 1989 vor Alas- ka, traten 41 Millionen Liter Öl aus.
Ursache und Konsequenzen
Nach bisherigen Erkenntnissen hat der auf dem Bohrloch sitzende Blow-Out Pre- venter versagt. Alle Versuche, das Gerät zu aktivieren, schlugen fehl. Dies war nicht das erste Mal, dass es zu einem Blow-Out kam. Vor gut 30 Jahren ereig- nete sich ein ähnliches Unglück vor der mexikanischen Küste auf dem Ölfeld Ixtoc I. Vermutliche Ursache: Versagen des Blow-Out Preventers. Fast 300 Tage lang floss Öl in den Golf von Mexiko, etwa 780 Millionen Liter. Auch in der Nordsee gab es bereits schwere Unfälle (1977 Ekofisk Bravo, 1988 Piper Alpha, 1991 Untergang der Sleipner A). In der Nordsee stehen derzeit circa 450 Öl- und Gasplattformen.
Die Entscheidung von US-Präsident Barack Obama, vorläufig keine neuen Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko zu- zulassen, war richtig. Sie ist aber nicht weitreichend genug, da er dieses Verbot nur auf die Golf-Region beschränkt und zeitlich befristet hat. Es betrifft lediglich 33 Projekte von insgesamt etwa 3600 Anla- gen im Golf von Mexiko.

Wer ist verantwortlich?
BP ist verantwortlich für die Katastrophe und muss daher für die Schäden aufkom- men. Präsident Obama hat den Ölkonzern dazu verpflichtet, mindestens 20 Milliar- den US-Dollar in einen Schadensersatz- fonds einzuzahlen. Er hat bereits ange- kündigt, BP zu weiteren Zahlungen zu verpflichten, sollte das Geld nicht reichen. Es gibt keine internationalen Regelungen für die finanziellen Folgen solcher Kata- strophen.
BP hatte offensichtlich keinerlei funktionie- rende Notfallpläne für dieses Desaster. Dies zeigen die zahlreichen erfolglosen Versuche, den Austritt des Öls zu stop- pen. Bei einer Anhörung vor dem US- Kongress am 16. Juni musste dies auch der Vertreter von Exxon, dem weltweit größten Ölkonzern, für sein Unternehmen einräumen.
Für das gängige Verfahren der Entlas- tungsbohrungen, das momentan noch im Katastrophengebiet durchgeführt wird, benötigt man viele Monate Zeit – Zeit, in der sich das Öl verheerend auf das Meer und seine Bewohner auswirkten könnte. Auch die Staaten, die Lizenzen an die Un- ternehmen für Offshore-Projekte verge- ben, tragen eine Verantwortung. So wur- de die zuständige US-Behörde „Minerals Management Service“ kurz nach dem Un- glück der Deepwater Horizon umstruktu- riert, wegen ihrer engen Verbindung zur Ölindustrie. Ihr wird vorgeworfen Lizenzen zu leichtfertig zu vergeben.
Katastrophen weltweit möglich
Das Beispiel der „Deepwater Horizon“ zeigt deutlich: Die Grenzen des technisch Machbaren bei Tiefseebohrungen sind erreicht. Bei diesen Tiefen ist es un- möglich, auftretende Schwierigkeiten mit Tauchern zu beheben. Die maximale Tauchtiefe für einen Einsatz liegt bei etwa 200 Metern.

Bei technischen Problemen ist man auf ferngesteuerte Roboter angewiesen, die in einer völlig lichtlosen Umgebung (abge- sehen vom künstlichen Scheinwerferlicht), bei extrem hohem Druck und niedriger Wassertemperatur arbeiten müssen. Da die Öl- und Gasvorkommen in den Flachwasserbereichen der Meere, zur Neige gehen, dringt die Ölindustrie immer weiter in die tieferen Bereiche der Meere vor.
Neben BP treiben alle großen Ölkonzerne, u.a. ExxonMobil, Shell, Chevron und Total weltweit Tiefseeprojekte voran.
Greenpeace fordert:
•    BP muss für die entstandenen Schä- den aufkommen
•    Weltweit dürfen Staaten keine neuen Lizenzen für Tiefseebohrungen verge- ben
•    Alle Ölkonzerne müssen ihre Projekte und Pläne für die Ausbeutung der Ölre- serven in der Tiefsee aufgeben
•    Alle bestehenden Öl- und Gasförder- anlagen weltweit müssen von unab- hängiger Seite auf ihre Sicherheit hin überprüft und gegebenenfalls stillgelegt werden
•    Es muss ein unabhängig verwalteter Ölschadensfonds, gespeist von den Ölkonzernen, eingerichtet werden
Aktuelle Informationen und Mitmachaktio- nen finden Sie bei Greenpeace auf der Themenseite zur Ölkatastrophe:
http://www.greenpeace.de/oel
V.i.S.d.P.: Jörg Feddern, Greenpeace e. V., Große Elbstraße 39, 22767 Hamburg

Quelle: http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/oel/FS_BP_OElkatastrophe_30_August_2010.pdf

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