es lebe der frontalunterricht!

seit jahrhunderten wenn nicht sogar seit jahrtausenden wird der klassische lehrauftrag in der form des frontalunterrichtes abgearbeitet.

dabei entspricht der vortragende etwa einem diaprojektor mit angeschlossenem dvd-player.

es ist vermutlich die langweiligste form von unterricht, kurz nach dem selbststudium aus sehr trockenen mathe-grundlagen büchern.

meiner meinung müssen DRIGEND menschen-zentrierte und menschlichkeits-gerechte neue formen der massen-schüler-haltung gefunden werden, wenn:

1. der „ausschuss“ d.h. die menge der schüler welche einen test/ein jahr/eine schule nicht bestehen minimiert werden will. (jeder schul- und studiums-versager hat bis zu seinem versagen schon enorme finanzielle mittel verschlungen, es ist katastrophal diese tatsache zu ignorieren. jeder schul-versager ist ein verlorenes potenzial, eine verlorene fachkraft welche evtl. durch ausländische (chinesische?) kräfte ersetzt werden muss, welche nach ihrem (von deutschland finanzierten studium) leider oft ihre gewinne in das heimatland transferieren, weil dort die lebenserhaltungskosten niedriger sind und man einfach „mehr fürs geld“ bekommt. (der viel beklagte deutsche fachkräftemangel + abflüsse finanzieller mittel ins ausland))

2. die seelische belastung von menschen, welche als „defekte maschine“ oder „minderwertiges material“ deklariert, definiert und discreminiert werden setzt ungeahnte negative motivationen frei. (von grafitti bis amoklauf)

dies ist umso bedeutender umso mehr der wert eines menschen über LEISTUNG in einer gesellschaft definiert wird. und leistung ist bekanntlich ALLES.

warum?

weil die aktuellen lehr-systeme:

0. die fehlerhaftigkeit des menschen nicht berücksichtigen (auch wenn analogien vorhanden sind ist ein mensch keine maschine und „speichert“ informationen nicht wie ein computer indem man die information als diskette oder buch „forne rein presst“ (input) und nach 3 tagen in exakt der gleichen form wieder abrufen will (output).

die speicherung und gewichtung von information im menschliches gehirn funktioniert eher wie das internet……. mit verknüpfungen……. (hyper links).

oft verknüpfte inhalte werden leichter, besser gefunden (im google-ranking unter den top 10) und haben eine höhere gewichtung (werden nicht so leicht vergessen).

ALSO WARUM ENWICKELT DER (ACH SO INTELLIGENTE) MENSCH KEINE METHODEN UM GENAU DAS ZU NUTZEN!

DIE ABORIGINES z.B. HABEN INFORMATIONEN IN IHRE LIEDER INTEGRIERT.

SIE „SINGEN“, „TANZEN“ UND „MALEN“ LANDKARTEN UND ÜBERLIEFERUNGEN.

BEAR GRYLS KNOWS: „SINGING MAP“

http://videos.howstuffworks.com/discovery/30334-man-vs-wild-australian-aboriginal-navigation-video.htm

SIE VERKNÜPFEN INFORMATIONEN MIT MELODIEN, FARBEN, FORMEN, MUSTERN.

ES IST IHRE ART INFORMATIONEN ALS GRUPPE ZU ENCODIEREN UND KONSERVIEREN.

und das schon viel länger als es bücher und computer gibt.

jeder weis es keiner tut es.

verküpfung und einarbeiten von abstrakten informationen (schwer zu enkodierenden weil sie mit unserem bildlichen alltag (normalerweise) nicht oft zu tun haben = nicht verknüpfbar sind) wie zahlen, formeln, wörter, texte mit bildern (zahlen -> bilder/symbole) und stories/geschichten.

„NARRATION NARRATION NARRATION“ erzählung erzählung erzählung! SPANNENDE GESCHICHTEN bleiben hängen……. oder haben sie hänsel und gretel schon vergessen?

was verknüpfen sie mit hänsel und gretel?

mir fällt spontan ein:

eine hexe, ein lebkuchenhaus, der ablauf der geschichte……..

jetzt könnte man diese geschichte in viele sprachen übersetzten…… und würde über die geschichte wörter einer fremdsprache besser behalten, weil diese wörter verknüpft sind, in einem KONTEXT sind….. eine information führt zu nächsten…… und irgendwann zum ganzen bild.

1. es findet normalerweise keine interaktion vom menschlichen „material“ mit dem lern-stoff statt, was dazu führt, dass keine verknüpfungen gebildet werden können, keine handgriffe anhand deren man die information aus der bibliothek heraus „abrufen“ kann.

ich habe in meinen kompletten 13 jahren schule kein einziges experiment SELBST machen dürfen.

es wurde für mich gemacht. vorgeführt. abgebaut. fertig. vergessen.

2. learning-by-doing

learning by doing ist ein selbst erarbeiten von inhalten durch spielerisches herangehen.

wie kann man JUNGE menschen an eine mathe aufgabe spielerisch und erolgreich „learning-by“ doing herangehen lassen, ohne dass es in ineffektive zeit und FRUST ausartet?

man muss die faszination der „FORSCHER“ wecken, neugierde ist normalerweise von geburt an vorhanden, auf reise schicken…….. in ein unbekanntes land voller neuer….. verwirrender informationen welche in einen logischen, sinn-machenden zusammenhang gesetzt werden wollen.

ich gebe zu: ich weiß es selbst nicht.

3. keine zeit für einen „iterativer ansatz“?

alles wieder und wieder zu wiederholen kann die nerven des lehr-körpers beanspruchen….. weil er nicht versteht warum er als mensch etwas versteht, was andere menschen nicht verstehen.

jetzt ist jeder mensch aber verschieden.

es gibt keinen einheits mensch nach DIN NORM SO UND SO, obwohl es der industrie bestimmt sehr entgegen kommen würde.

ich glaube ja, dass wenn man ein lern video macht…… welches einfach NUR den unterricht des lehreres aufnimmt und dann die fragen der schüler „sammelt“ und vom lehrer beantworten lässt (ebenfalls video)

das ganze dann in einen kontext setzt (video läuft…… video kann angehalten werden…… symbole weisen darauf hin, falls man etwas nicht verstanden hat auf videos zu klicken welche auf die details des vortrages eingehen)

beispiel: „heute lernen wir addieren“

3 + 5 = 8 (jetzt gibt es die möglichkeit auf 3 zu klicken und man kommt zu einem video welche das dezimalsystem vorstellt, oder man klickt auf das = und man kommt zu einem video welches mathematische operatoren erklärt „das = zeichen ist dazu da um zu symbolisieren, dass die zahlen links und rechts von dem = den gleichen wert haben“)

4. digitalisierte vereinfachung script per mail

ich versteh es wirklich nicht……. selbst in informatik studien gängen gibt es entweder:

4.1. garkeine digitalen scripte

4.2. kein online zugriff auf scripte & vorlesungen (video!)

4.3. muss das script ANALOG ABGESCHRIEBEN UND PER FOTOKOPIERER (!!!) VERTEILT WERDEN.

5. analoger code kaum dechiffrierbar

nicht jede handschrift ist eindeutig, auch nicht die eines jeden lehrer-menschen.

die dechiffrierung des individuellen schriftbildes eines vortragenden kann unmengen an zeit und konzentration verschlingen, welche der schüler/die schülerin besser auf das verstehen des inhaltes verwendet hätte.

aber gut.

mach ma halt so weiter.

werden ja trotzdem bezahlt.

6. die innere einstellung

hätte ich damals latein lernen als „gedächtnisübung“ angesehen und nicht als lernen einer toten sprache die ausser der papst niemand mehr spricht, wäre die motivation evtl. etwas höher gewesen.

im grunde geht es zu 80% in der grund, gymnasial, real und haupt schule das hirn zu trainieren und lernfähigkeit zu trainieren.

die restlichen 20% sind grundlagen wie rechnen, schreiben, lesen.

Literatur

  • Karl Aschersleben: Frontalunterricht – klassisch und modern. Eine Einführung, Luchterhand Verlag, Neuwied, Kriftel, 1999.
  • Herbert Gudjons: Frontalunterricht neu entdeckt – Integration in offene Unterrichtsformen, Beltz Verlag, 2003, ISBN 3-781-51124-3.
  • Herbert Gudjons: Frontalunterricht – aber gut, in: Herbert Godjons (Hrsg.): Methodik zum Anfassen. Unterrichten jenseits von Routinen, Bad Heilbrunn/Obb., S. 9-40.
  • P. Petersen und E. Petersen: Die Analyse des Frontalunterrichts mit Hilfe von erziehungswissenschaftlicher Aufnahme und Tatsachenliste, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-Universität Jena 3, 1954, S. 509-529.
  • Jürgen Wiechmann: Frontalunterricht, in: Zwölf Unterrichtsmethoden, Beltz, 2000.

aboriginal mix of aboriginal language and western music: http://aso.gov.au/titles/documentaries/warren-h-williams/clip3/

ps: dieser blog beweist: er wurde von einem menschen geschrieben.

wenn andere menschen hier fehler entdecken mögen sie mir (ohne meckern) helfen ein noch perfekterer mensch zu werden.

aus effizienz und „keinen bock“ gründen ist mir die großschreibung egal.

wer die esthetik im schriftbild vermisst, möge bitte den tödlichen schmerz entschuldigen welcher dieser artikel in seinem hirn hervorgerufen hat.