Objektiv gesehen, wäre es vermutlich besser gewesen, wenn Sie sich hätte scheiden lassen.

Um nicht nachzugeben, sondern ihren eigenen Weg des Glückes zu suchen, denn der andere geht auch seinen eigenen.

Unglück führt über früh oder lang, so oder so, zum Tode.

„Der Sinn des Lebens ist glücklich zu sein“ (Dalailama 2010)

Wer es nicht schafft, darauß seine Konsequenzen zu ziehen, entscheidet sich evtl. für den Luxus an der Seite eines Promis, aber auch für Unglück Tod und Leid.

Sohn Walter Kohl, tut mir einfach nur leid, weil er niemals einen echten Vater hatte.

Bei seinen Kindern will er alles besser machen.

Das Telegramm enthält vier Sätze. „Heidelberg, 8. Mai 2008. Wir haben geheiratet. Wir sind sehr glücklich. Maike Kohl-Richter und Helmut Kohl.“ Ende. So teilte Helmut Kohl seinem Sohn Walter seine Vermählung mit. Keine Einladung zur Hochzeit, kein Gespräch, kein Anruf, ein Telegramm. So kommuniziert der „Kanzler der Einheit“. Der Sohn stellte seinen Vater später zur Rede: „Willst du die Trennung?“ Helmut Kohl antwortete knapp: „Ja.“ Walter Kohl war aus dem „System Kohl“ ausgeschlossen: „Ich durfte kein Kohlianer mehr sein“, schreibt Walter Kohl.

Quelle: http://www.abendblatt.de/hamburg/article1770666/Der-verlorene-Sohn-und-das-Leben-im-Schatten-des-Vaters.html

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-19594678.html
09.07.2001

Ich verbrenne von innen

Von Brinkbäumer, Klaus; Hielscher, Almut; Holm, Carsten; Leinemann, Jürgen; Ludwig, Udo; Palmer, Hartmut; Röbel, Sven; Scheidges, Rüdiger; Schmid, Barbara; Voigt, Wilfried

Sie war die Frau, die sich immer zurücknahm: Hannelore Kohl diente der Karriere ihres Mannes – und setzte sich doch mehr und mehr von ihm ab. Ihr Selbstmord aus Verzweiflung über eine unerträgliche Lichtallergie beendet ein Leben mit den Schattenseiten der Macht.

Sie starb in diesem Bunker, vor dem ihr Mann sich am Ende gefürchtet hatte. Sie starb am Mittwoch vergangener Woche, als er weit weg in Berlin war.

Helmut Kohl, Bundeskanzler außer Dienst, feierte gerade mit zweien seiner Anwälte in einem feinen Restaurant. Er, der Kanzler der Einheit, hatte die Gauck-Behörde bezwungen, vor Gericht gegen die Herausgabe seiner Stasi-Akten geklagt und gewonnen. Es war ein Triumph, es war die Rückkehr auf die große Bühne, und ein wenig war es deshalb wie früher.

Es war 22 Uhr.

Hannelore Kohl, 68 Jahre alt, seit 53 Jahren an der Seite Helmut Kohls, saß rund 500 Kilometer entfernt von ihrem Ehegatten im Bungalow der Familie in der Marbacher Straße in Ludwigshafen-Oggersheim. Sie schrieb die Namen ihres Mannes, ihrer Söhne und Freunde auf die Umschläge für die Abschiedsbriefe. Alle Schreiben klingen ähnlich, und sie erzählen vor allem von der „Perspektivlosigkeit“, die die Verfasserin fühlte. Sie schrieb einen letzten Brief, ohne Umschlag, eine Art Entschuldigung für jene Person, die als Erste den Bunker und irgendwann auch das Schlafzimmer betreten würde.

Das Haus war zum Bunker geworden, als Hannelore Kohl an Lichtallergie erkrankte. Schon vorher hatte das Bundeskriminalamt eine Mauer um den Bau ziehen lassen; draußen gab es nur den kurz geschnittenen Rasen und sonst wenig Grün. Aber seit Hannelore Kohl erkrankt war, gab es auch drinnen keine Pflanze mehr, alles war abgedunkelt. Für Helmut Kohl war es unerträglich daheim. Vor Fraktionskollegen, die sich auf ihr Wochenende freuten, klagte er, wie gut sie es hätten.

Und weil Hannelore Kohl in ihren letzten Wochen auch noch auf Wärme allergisch reagierte, weil deshalb Klimaanlagen die Luft herunterkühlten, wurde der Bunker am vergangenen Mittwochabend zum eisigen Schauplatz eines Dramas.

Hannelore Kohl schlürfte den Cocktail mit den opiathaltigen Tabletten, die sie seit einiger Zeit gesammelt hatte. Sie starb zwischen 22 und 23 Uhr. Gefunden wurde sie am nächsten Vormittag um 11.15 Uhr von Hilde Seeber, ihrer Haushälterin, die einen Schlüssel zum Bunker hatte. Um 11.29 Uhr wurde die Polizeileitstelle Ludwigshafen informiert: „Leblose Person“, notierten die Beamten. Um 11.31 Uhr erreichte der Anruf der Kollegen den Rettungsdienst.

Und um 12.37 Uhr am Donnerstag voriger Woche jagte die Deutsche Presse-Agentur eine dieser dreizeiligen „Eil Eil“-Meldungen durch die Republik, die für Unterbrechungen in Hörfunk und Fernsehen sorgen, für Staunen, Entsetzen, Trauer überall in Deutschland.

Im Berliner Regierungsviertel war der Schock natürlich besonders groß, nicht zuletzt deshalb, weil Hannelore Kohl noch nach 16 Jahren „Amtszeit“ als Gattin des Bundeskanzlers geradezu die klassische Version der tapferen kleinen Politikerfrau darstellte: die unauffällige Gefährtin an der Seite des mächtigen Mannes, der verlässliche Pannenservice für den Chef, ansonsten zuständig für Heim und Herd und Kinderlachen.

Hannelore Kohl hatte dieses Klischee reichlich bedient. „Mein Anteil ist so klein, dass ich ihn gar nicht erwähnen möchte“, hatte sie schon 1973 einmal ihre Rolle beschrieben: „Wir wollen es so sagen: Es ist immer schön, nicht im Wege zu sein.“

Ende vergangener Woche nun stahl die zierliche Frau auf tragische Weise zum ersten und letzten Mal ihrem Mann, dem großen Helmut Kohl, die Schlagzeilen – durch ihren Selbstmord.

Erschüttert reiste der Alt-Kanzler, der im Plenum des Bundestags gesessen hatte, als die Todesnachricht eintraf, nach Oggersheim. Auf den Fluren des Bundestags machte die Meldung im Nu die Runde. Der Parteispenden-Untersuchungsausschuss, der gegen die Regierung Kohl ermittelt, unterbrach seine Sitzung für die Mitteilung.

Im Kanzleramt überwältigte die Todesmeldung Hannelore Kohls Nachfolgerin, Doris Schröder-Köpf, die Ehefrau des jetzigen Kanzlers. Heftig weinend erzählte Frau Köpf, dass sich Hannelore Kohl nach dem Regierungswechsel „wie eine Mutter“ um sie gekümmert habe. Im Tod schien plötzlich das Leben einer Frau Konturen zu

bekommen, die sich sorgfältig bemüht hatte, hinter ihrem gewaltigen Mann zu verschwinden. Bundespräsident Johannes Rau sagte es so: „Sie war auf eine souveräne Weise bescheiden.“

Natürlich war der Tod, der Selbstmord der ehemaligen Kanzlergattin, auch ein Medienereignis. Kamerateams fielen in Ludwigshafen ein, und die Marbacher Straße wurde gesperrt, als wäre eine Bombe hochgegangen. Ein wenig war es ja tatsächlich so. „Deutschland trauert um Hannelore Kohl“, schrieben die Macher der „Bild“-Zeitung auf ihre geschwärzte erste Seite, und der „Stern“ verlegte eilig Andruck und Erstverkaufstag nach vorn.

Und überall in der Republik stellten Politiker, Journalisten und Publikum die Frage nach den Ursachen. „Sie litt seit sieben Jahren an einer schmerzhaften Lichtallergie, die sie nach einem Rückschlag zwang, die letzten 15 Monate im Privathaus der Familie in Ludwigshafen zu verbringen“, teilte das Büro von „Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl“ sehr schnell mit. Nichts daran ist falsch. Doch bei den wenigsten Suiziden gibt es ja den einen, den ausschließlichen Grund.

Niedergeschlagen, mutlos hätten sie Hannelore Kohl zuletzt erlebt, sagen Freunde; jene Frau, die Aufgeben immer für „das Schlimmste“ gehalten hatte, hatte schon vor Wochen zu resignieren begonnen. Dass eine Lichtallergie nicht lebensbedrohlich und kein suizidaler Erklärungsansatz sei, merkte der Deutsche Allergie- und Asthmabund am vergangenen Freitag an. Natürlich ist es im Nachhinein immer müßig zu spekulieren, was zuerst kommt: die physische Erkrankung oder die psychische, was also Ursache und was Resultat ist. Doch dass im traurigen Fall der Hannelore Kohl beides eine Rolle spielte, scheint für alle, die sie kannten, keine Frage zu sein.

Der öffentliche Niedergang ihres Mannes hatte Hannelore Kohl weitaus stärker getroffen als ihn selbst. Nach der Wahlniederlage 1998 hatte sie noch Pläne für die neue Zeit gemacht: „An der frischen Luft“ wollte sie sein, „eben fröhlich sein“. Dann wurde die Spendenaffäre der CDU aufgedeckt, und Kohl wurde wieder der alte Kämpfer, schlug seine letzte große Schlacht.

Sie aber fühlte sich zunehmend hilflos. Immer stärker kapselte sie sich ab, selbst telefonieren mochte sie kaum noch.

Dass die Arbeit des Mannes der Mittelpunkt allen Denkens in der Politikerfamilie ist, dass die Frau sich, wie es einmal Christiane Herzog ausgedrückt hat, die verstorbene Gattin des früheren Bundespräsidenten, „im Alltag und im öffentlichen Leben so verhalten“ müsse, dass sie „anderen Menschen möglichst wenig Anstoß zur Kritik“ gebe, das gehört zum Selbstverständnis der meisten Politiker und ihrer Frauen. Und es gehört auch zu den Erwartungen der Öffentlichkeit.

„Das Paar wird zum öffentlichen Eigentum“, und es wird immer als Gesamtsystem wahrgenommen. Zu diesem Ergebnis ist die Diplom-Psychologin Claudia Kossendey gekommen, selbst Frau eines Bundestagsabgeordneten, die Ende der neunziger Jahre 25 Schicksalsgefährtinnen nach ihren Erfahrungen befragt hat. In ihrem Buch „Lebenspartnerinnen von Politikern“ behauptet sie, dass viele der Befragten ihre persönliche Entwicklung unter dem Einfluss des politischen Amts als einen „Reifungsprozess“ betrachten, den sie mit innerlicher Zufriedenheit erleben.

Vielleicht gehört es schon zur Berufsauffassung der Politikerfrau, die Dinge öffentlich so darzustellen. Denn nur, wenn etwas schief geht – nach Scheidungen, wie etwa der von Hiltrud Schröder oder Jutta Scharping, bei Unfällen, wie dem von Marianne Strauß, bei Krankheiten, wie sie die US-Präsidenten-Gattin Betty Ford erlitt, oder Selbstmorden, wie dem von Hannelore Kohl – immer dann also, wenn der Vorhang zerreißt, wird der Preis deutlich, den die Frauen an der Seite der Mächtigen für ihr Leben zu zahlen haben: Einsamkeit, Demütigung, Wut und Depressionen.

In 41 Ehejahren mit dem rüden Machtmenschen Kohl wurde aus Hannelore Kohl, der Frau an seiner Seite, die Frau in seinem Schatten. Hannelore Kohl starb als Einsame.

„Mutterseelenallein“, war ein Wort, das sie schon früh gebraucht hat, wenn sie, was nicht oft vorkam, über ihr Leben mit Helmut Kohl redete. Manchmal habe sie vor Wut in ihr Kissen gebissen, bekannte sie einmal in einem Fernsehinterview. Dass ihre Lichtallergie auch psychische Ursachen hatte, darüber hat sie selbst keinen Zweifel gehabt.

Helmut Kohl wusste um die seelische Not seiner Frau. Dennoch traf ihn ihr Tod völlig unvorbereitet. Am Donnerstagmorgen, zwischen acht und neun Uhr, hatte er noch aufgekratzt seinen langjährigen Vertrauten Eduard Ackermann angerufen: „Ackermann, was schreiben die Zeitungen?“

Kohls erblindeter Ex-Presseberater war auf die Anfrage seines früheren Chefs vorbereitet. Jeden Morgen lässt er sich aus den Zeitungen alle Meldungen und Kommentare vorlesen, in denen Helmut Kohl vorkommt. Inhalt und Trends referiert er „dem Alten“ dann am Telefon.

Mit dem Echo auf den Gerichtsentscheid, dass seine Akten nicht öffentlich gemacht werden dürfen, war Kohl hoch zufrieden. Er habe des Telefongespräch mit dem Satz beendet: „Prima, ich gehe jetzt ins Plenum.“

Der Schock, glaubt der getreue Ede Ackermann, der die Ehe seines Chefs seit Jahrzehnten mit aufmerksamer Besorgnis verfolgte, werde Kohl zu schaffen machen: „Ich glaube, das geht ihm schwer aufs Gemüt. Wenn sie an einer normalen Krankheit gestorben wäre, das wäre auch schlimm. Aber leichter für ihn zu ertragen. Ich weiß nicht, wie der Alte das verkraftet.“

Unfreiwillig drückte Eduard Ackermann, ein einfühlsamer und nachdenklicher Mann, mit seinen Worten das innere Drama dieser und anderer traditioneller Politikerehen aus – selbst noch nach dem Tod der Partnerin geht es vor allem um den Politiker.

„Hannelore Kohl“, sagt die Sozialwissenschaftlerin Mechthild Jansen, „lebte aus Überzeugung die klassische Frauenrolle an seiner Seite, ein Leben ohne Eigenes, aber für andere.“ Das sei das Gegenteil ihres Mannes, „der für das Eigene von anderen lebte, ein eisernes Machtsystem“.

Hannelore Kohl hat das immer so gesehen und gewollt: „Wenn ich mich nicht so völlig auf meinen Mann eingestellt hätte, wäre unsere Ehe schief gelaufen“, sagte sie einmal. Er sagte das Gleiche mit anderen Worten: „Glücklicherweise habe ich in meiner Frau eine Lebenspartnerin gefunden, die übersteigerten Ehrgeiz und den Hunger nach Anerkennung um jeden Preis nicht kennt.“

Ganz am Anfang mag sie noch Hoffnungen gehabt haben, sich an seiner Seite eine eigene Berufsidentität aufbauen zu können. Die Fremdsprachenkorrespondentin, die gern Dolmetscherin werden wollte, sprach fließend Französisch und Englisch, studierte eine Weile in Paris und konnte in vier Sprachen stenografieren. Aber daraus einen Beruf zu machen war mit Helmut Kohl nicht möglich. „Der Dicke ließ sie nicht“, sagt ein Freund der Familie.

Sie hat wohl auch nicht allzu heftig dafür gekämpft: „Ich komme aus einer Generation, in der sich die Frage einer Berufstätigkeit für eine verheiratete Frau einfach nicht so stellte.“ Aus ihrer Schulklasse habe keine Einzige in der Ehe weitergearbeitet. Für eine andere Entscheidung gab es kein Modell zu jener Zeit.

Überdies war Hannelore Kohl, geborene Renner, durch Krieg und Flucht in ihrer Lebenshaltung für immer geprägt. Sie flüchtete in den Nachkriegswirren aus Sachsen in die Pfalz, wo sie mit ihrer Mutter und ihrem Vater, einem erfolgreichen Ingenieur, in einer Waschküche leben musste. „Wir hatten einfach keine Perspektive“, hat sie später einmal bekannt.

Die Erinnerungen an die existenzielle Not und Bedrohung in ihrer Kinder- und Jugendzeit haben sie nie losgelassen. Der kraftvolle und selbstbewusste Helmut Kohl, damals 18, wurde für die 15-jährige Schülerin Hannelore, die die Luftangriffe, die Angst vor den Scharfschützen, vor der Flucht, die Bedrohung durch Rotarmisten, den Hunger und die Heimatlosigkeit tief verinnerlicht hatte, ein „Mann zum Anlehnen“.

Bei einem Klassenfest im Gasthaus „Zum Weinberg“ in Ludwigshafen lernten sie sich 1948 kennen. „Ich war so glücklich, dass ich in dieser schrecklichen Zeit einen Menschen gefunden hatte, der so stark ist wie ein Berg, der mich beschützt“, erinnerte sie sich später.

Zwölf Jahre „gingen“ sie miteinander, bevor sie am 27. Juni 1960 heirateten, sie war protestantisch, er katholisch. Helmut Kohl, damals 30 Jahre alt, kaufmännischer Angestellter beim Chemieverband, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Ludwigshafen und Landtagsabgeordneter in Mainz, hatte auf der langen Wartezeit bestanden, weil er zunächst – mit ihrem Einverständnis und durch sie angeregt – ein Einfamilienhaus bauen wollte.

Die Fremdsprachenkorrespondentin Hannelore Renner gab ihren Job bei der BASF auf. 1963 und 1965 kamen die Kohl-Söhne Walter und Peter zur Welt. Bald wird sie sagen: „Schade, dass die heile Welt so verlacht wird, dass man sie mit Spießbürgerlichkeit in einen Zusammenhang bringt.“

In diesen frühen Jahren, als sie sich daran zu gewöhnen begann, dass der Berufspolitiker Helmut Kohl für seine Ehe und Familie nicht viel Zeit hatte, wirkte Hannelore Kohl tatkräftig und lebensfroh. 1971 trat sie in die CDU ein. „Ich bin da, wenn er mich braucht“, so sah sie ihre Rolle.

Dass sofort das Telefon zu klingeln begann, wenn er nach Hause kam, mochte sie stören, unterstrich aber zugleich die Bedeutung ihres Ehemanns. Das war nicht ungewöhnlich. Viele Politikerfrauen sind stolz darauf, „wie Sonntagssekretärinnen“ zu funktionieren.

Insgesamt begreifen Partnerinnen von Politikern „das Leben mit dem Mandat als Chance für Lerngewinn und Wachstum“, hat Claudia Kossendey in ihrer Untersuchung herausgefunden: „Sie entwickeln nach langen Erfahrungen manchmal eine Art von Abgeklärtheit, von einfühlsamer Gelassenheit, die an Weisheit grenzt und sie mit Wohlgefühl erfüllt.“

Das ist die idealistische Seite. Dagegen stehen Gefühle von Neid, Traurigkeit und Langeweile. Es bleibt, so Kossendey, eine Leerstelle: Ständig seien die meisten hin und her gerissen. Das Politikerfrauendasein sei wie „eine halbe Blume, so eine durchgeschnittene Sonnenblume, wo die Hälfte fehlt“.

Falls Hannelore Kohl das gleich so sah, wusste sie es gut zu überspielen. Sie richtete sich ein. „Anpassung“ war für sie kein schlimmes Wort. Tatsächlich bleibt die Scheidungsrate bei Politikern unter dem Bundesdurchschnitt. Im offiziellen Handbuch des Bundestages bezeichneten sich 523 von insgesamt 669 Abgeordneten im vergangenen Jahr als verheiratet.

Offenbar wächst aber der Druck mit dem Aufstieg der Ehemänner. Bei den Ministern ist die Scheidungsrate höher. Im letzten Kabinett Kohl gab es bei den Ministerinnen und Ministern insgesamt fünf Scheidungen. Das jetzige Kabinett seines Nachfolgers Gerhard Schröder bringt es auf elf Scheidungen. Einer, Hans Eichel, lebt getrennt. Der Kanzler und der Vizekanzler, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, verzerren mit je drei Scheidungen die Statistik allerdings beträchtlich.

An Belegen für das Leiden der Frauen, die mit Spitzenpolitikern verheiratet sind oder waren, fehlt es nicht. Rut Brandt hatte sich vom Denken und Fühlen ihres Mannes immer ausgeschlossen gefühlt. Jutta Scharping beklagt, dass ihre Ehe nach 29 Jahren ins Leere gelaufen sei. Sie findet es „unmenschlich, wenn jemand nie mehr Zeit für Muße hat“. Marianne Strauß, deren Unfalltod mit dem Auto auf freier Strecke Anlass für manche Spekulation war, sah es als ihre Pflicht an, „gusseisern freundlich“ zu sein.

„Für eine Ehe ist Politik die Hölle“, hat der heutige Bundeskanzler Schröder einmal Jutta Scharping gestanden, „Hillu macht mir auch oft Zoff.“

So war es: Hiltrud Schröder, die Ehefrau des heutigen Kanzlers während seiner Ministerpräsidentenzeit in Hannover, rechnete in einem Buch mit ihrem Geschiedenen ab. Sie ließ die Öffentlichkeit wissen, „dass ein normales Familienleben nicht zu organisieren war und dass eine Politikerehe nur dann funktioniert, wenn die Politik für beide die gleiche Bedeutung hat“.

Es war aber der frühere Abgeordnete Dieter Lattmann, Schriftsteller und SPD-Politiker, der die Folgen seines politischen Engagements für das Privatleben in seinem Buch „Die Einsamkeit des Politikers“ am drastischsten formulierte, nachdem seine Frau in tiefe Depression versunken war, während er in Bonn Politik machte. „Wo gibt es einen Berufspolitiker, der nicht seinen nächsten Menschen auf unheimlich wirksame Weise misshandelt?“, fragte Lattmann. „Abgeordnete üben diesen Beruf aus, in dem es mehr als auf alles andere auf Menschlichkeit ankommen sollte. Ihre Angehörigen aber behandeln sie unmenschlich. Und sich selber auch.“

Die Kohls bekamen diese Entwicklung mit aller Brutalität zu spüren, als der CDU-Chef nach Bonn wechselte. Der lebenslustige Pfälzer veränderte sich schon rein körperlich auffallend. Er begann seinen Körper zum Schutzschild zu trimmen, indem er ihn mit gewaltigen Mahlzeiten verdickte. Sein Gesicht, bis dahin abweisend glatt, bekam Falten, seelische Narben von Niederlagen, Müdigkeit und Misstrauen.

Kohl isolierte sich, er begann, seine Einsamkeit zu stilisieren. Er bewegte sich, als ob er in einem Panzer steckte. Eine gewisse „Abhärtung“, ja „Abstumpfung“, hatte er sich in der Bundeshauptstadt antrainiert: „Hier ist die Luft eisenhaltig“, lernte er. „Man muss einstecken können.“

Müssen Politiker so sein? Schon Max Weber hatte in seiner berühmten Rede über Politik als Beruf 1919 vor den besonderen „Gefährdungen der Seele“ durch die bloße Machtpolitik gewarnt. Hinter protzigen Gesten, so Weber, verberge sich nur allzu oft eine oberflächliche „Blasiertheit gegenüber dem Sinn menschlichen Handelns, welche keinerlei Verwandtschaft hat mit dem Wissen um die Tragik, in die alles

Tun, zumal aber das politische Tun, in Wahrheit verflochten ist“.

Die Rahmenbedingungen professionalisierter Politikerkarrieren von heute – Zeitknappheit und Termindruck, die häufige Trennung von Lebenspartnern, Familien- und Freundeskreis, die permanente Konkurrenz und der unaufhörliche Medienrummel – verstärken diese Gefährdungen. „Es stimmt ja nicht, dass sich in der Politik von Hause aus ein besonders windiger Menschenschlag tummele“, sagte der SPD-Veteran Erhard Eppler: „Aber es stimmt, dass Menschen in der Politik noch rascher und gründlicher deformiert werden als anderswo, und zwar umso heilloser, je weniger sie dessen gewahr werden.“

Wenige haben die „Gefährdungen der Seele“, vor denen Weber warnte, so schmerzlich zu spüren bekommen wie Hannelore Kohl. Als ihr Mann in Bonn voll ins Getriebe der Macht geriet, rückte sie als seine Ehefrau völlig in den Hintergrund.

Es kam, wie Unionsabgeordnete erzählen, zu heftigen privaten Auseinandersetzungen. Sie selbst bekannte später: „In Bonn war ich doch am Anfang das blonde Dummchen vom Lande.“ In der Tat wurde sie in der Umgebung ihres Mannes oft „die Doofe“ genannt, oder „die Mutter“.

Sie zog sich nach Rheinland-Pfalz zurück, ihr Mann lebte zusammen mit seinem Fahrer Eckhard Seeber und seiner Sekretärin und Vertrauten Juliane Weber in einer Art Wohngemeinschaft im Bonner Vorort Pech. Und obwohl Hannelore Kohl selbst demonstrativ mit Juliane Weber in den Urlaub fuhr, hielten sich in Bonn die Gerüchte; Kohls Freunde befürchteten, dass sie nicht mehr lange aus den Schlagzeilen zu halten sein würden. Hanns Martin Schleyer, Präsident der Arbeitgeberverbände, wurde deutlich: „Helmut, du musst das Zigeunerlager auflösen, samt der Marketenderin.“ Kohl hat ihm das nie vergessen.

Für Hannelore Kohl wurde das Bonner Leben zur Tortur. Die Presse, so empfand sie es, übernahm erbarmungslos alle Klischees. Sie fühlte sich „im Fadenkreuz der Medien“, litt darunter, dass jedes Wort zitierfähig sein sollte und ärgerte sich über alles, was über sie in den Zeitungen stand. Es dauerte lange, bis sie spöttisch einer Journalistin der „Stuttgarter Zeitung“ sagen konnte: „Ich weiß ja nun, dass wer nicht schlecht über mich schreibt, sich fast schon entschuldigen muss.“

Dann wurde, am 1. Oktober 1982, Helmut Kohl doch noch Kanzler, und Hannelore Kohl musste ein Amt ausüben, das es gar nicht gibt, die Rolle der Kanzlergattin. „Sie wusste wie keine Zweite, was es bedeutet, die “Kanzlergattin“ zu sein und einen Partner mit dem Land zu teilen“, schrieb vergangene Woche Doris Schröder-Köpf. 16 Jahre lang habe Hannelore Kohl „kostenlos und fehlerlos“ diese Rolle ausgeübt: „Auch dafür bewundere ich sie.“

Für Hannelore Kohl begann, als ihr Mann im März 1983 durch einen grandiosen Wahlsieg im Kanzleramt bestätigt wurde, eine neue Phase. Einen Tag später feierte sie ihren 50. Geburtstag. Der Bundeskanzler umarmte seine Frau und stieß mit ihr „auf die nächsten 50 Jahre“ an.

Das galt freilich seinen Leuten eher als Signal für seinen eigenen politischen Beharrungswillen denn als Wunsch für seine Frau. Hannelore Kohl nahm den Toast mit kühler Freundlichkeit zur Kenntnis. Ganz offenkundig hatte sie Abstand gewonnen, oder zumindest eine neue Fähigkeit entwickelt, ihre Gefühle nicht mehr öffentlich kundzutun. „Ich spiele meine Rolle an seiner Seite entweder schlecht, akzeptabel oder gut“, erläuterte sie später der „Welt am Sonntag“: „Es gibt nur diese drei Varianten. Und ich hoffe, ich mache es gut.“

Sie sprach fast nur noch in kurzen, nichts sagenden Sätzen, freundlich und risikofrei. Über ihr Zusammenleben mit Helmut Kohl bekannte sie später – nicht ganz ernst gemeint: „Wir schweigen uns die ganze Zeit an.“ Nach außen hieß ihr Motto: „Da zu sein, Verständnis zu haben, sich zurückzunehmen.“ So vertrat sie „den, dessen Namen ich trage“, glanzlos und bieder.

Helmut Kohl passte dieses neue Image seiner Frau vorzüglich ins Konzept der von ihm propagierten geistig-moralischen Wende. Mehr als die Kanzler selbst spiegeln ihre Ehefrauen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland den jeweiligen Zeitgeist wider. Mit Hannelore Kohl, die sich untadelig, aber konventionell kleidete, fast regungslos mit starrem Lächeln in die Kameras blickte und sich ergeben zwei Schritte hinter ihrem Mann bewegte, schien die Anknüpfung an Luise Erhard und Marie-Luise Kiesinger, die Kanzlerfrauen der sechziger Jahre, nahtlos zu gelingen. Die alljährlichen Ferienbilder vom Wolfgangsee hätten aus einem Heimatfilm der Adenauer-Zeit stammen können.

Besser konnte Kohl nicht signalisieren, dass die wilden Jahre der 68er Kulturrevolution, die sich im bescheidenen Umfang auch in den emanzipatorischen Auftritten der Ehefrauen sozialdemokratischer Kanzler widerspiegelten, überwunden sein sollten.

Rut Brandt hatte sich als Berlins Antwort auf Jackie Kennedy präsentiert, Loki Schmidt betonte ihre Eigenständigkeit von Ehemann Helmut durch botanische Fachkenntnisse und Hinweise auf ein eigenes Berufsleben.

Hannelore Kohl aber konzentrierte sich allein auf ihre Kinder und auf die Sozialarbeit. Alles andere wurde von der Politik aufgefressen. „Worauf ich wirklich stolz bin“, vertraute sie später Freunden an, „ist, dass ich die beiden Kinder hochgebracht habe ohne den.“ Es gelang ihr, die Jungen aus der Öffentlichkeit herauszuhalten, das erschien ihr umso wichtiger, als es während der Zeit des RAF-Terrorismus an Entführungsdrohungen nicht gefehlt hatte.

Über ihre Entwicklung sagte sie einmal: „Ich habe den einen Lebensabschnitt – als Mutter – erst beendet und dann den nächsten Schritt gemacht. Ich bin kein Hopsasa. Aber ich bin schneller geworden. Ich war früher nicht dümmer. Als ich hauptsächlich zu Hause war, hat man nur ein anderes Bild von mir gezeichnet.“

Nun konzentrierte sie sich auf die Kranken mit Schäden am zentralen Nervensystem (ZNS), was zunächst nicht ohne Skepsis aufgenommen wurde. „Als ich meine Hilfsaktion für Unfallopfer gründete, hörte ich kritische Stimmen. Die fragten hochmütig: “Was will die denn hier bewirken?““

Sie begann aber nicht als völlig Unerfahrene. Schon in Mainz hatte sie sich in einem Förderverein für ein Unfallkrankenhaus in Vallendar bei Koblenz engagiert. Dabei machte sie erste Erfahrungen mit hirnverletzten Opfern von Unfällen. Jetzt zeigte sie, was in ihr steckte an Intelligenz und Sprachgewandtheit. Als sie in Washington mit dem „International Service Award“ ausgezeichnet wurde, dem „Oscar der Hilfsbereitschaft“ für ihren Einsatz für die amerikanischen Soldaten und deren Familien in Deutschland, bedankte sich Hannelore Kohl in bestem Englisch.

Ihr Hauptaugenmerk aber galt dem Aufbau des Kuratoriums ZNS zur Hilfe von Menschen, deren zentrales Nervensystem durch Verletzungen beschädigt worden war. Das 1983 gegründete Kuratorium finanzierte dringend benötigte diagnostische und therapeutische Geräte und unterstützte den Aus- und Umbau neurologischer Rehabilitationskliniken.

Hannelore Kohl imponierte bald Fachleuten durch die Ernsthaftigkeit und das Geschick, mit dem sie auf diesem Gebiet agierte. Für fast 200 Kliniken sammelte sie bis Ende vergangenen Jahres insgesamt 36,9 Millionen Mark an Spendengeldern. Die Hälfte der Unfallopfer sind junge Menschen unter 25 Jahren und davon wieder 15 Prozent Kinder bis zum fünften Lebensjahr.

Und Hannelore Kohl ging ein wenig naiv und sehr charmant auf Betteltour. Einmal spendierte ihr ein Fabrikant einige Spezialbetten – die First Lady aus Oggersheim fuhr hin, die Medien im Schlepp, holte das Geschenk und merkte dann an: „Noch schöner wäre es allerdings, wenn es noch Bettzeug und -wäsche dazu gäbe.“ Am Ende musste der Spender auch den Transport übernehmen.

Je sichtbarer ihre eigenen Erfolge wurden, desto leichter fiel es ihr offenbar, sich hinter Helmut Kohl zu platzieren. Zu Hause war sie ohnehin Chef. Die Frau, die am liebsten Bauingenieurin, Statikerin oder Architektin geworden wäre und in der Schule die für Frauen ganz untypischen Fächer Mathematik und Physik liebte, war eine gute Heimwerkerin:

„Ich mache Ihnen eine Lüsterklemme an die Lampe. Ich erde Ihnen auch eine Leitung. Ich habe für unser Haus in Oggersheim einen Schaltplan angefertigt für drei Stromkreise. Es kam immer vor, dass die Sicherungen herausflogen, wenn das Fernsehen bei uns seine Lampen anschloss. Jetzt kommt jeder Techniker zurecht.“

Wenn das Fernsehen dann filmen konnte, war nicht sie der Star. „Der auslösende Faktor für meine hohe Bekanntheit bin schließlich nicht ich, sondern mein Mann“, dabei blieb sie. Sie gab die mustergültige Ehefrau, auch wenn der Job ihres Mannes ihre Gesundheit belastete. Nach Wahlkampfreisen litt sie häufig unter Sehnenscheidenentzündung an der rechten Hand, ihre schmalen Gelenke waren dem vielen Händedrücken nicht gewachsen, sie musste sogar daran operiert werden.

Als Helmut Kohl in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 vor dem Berliner Reichstag die Wiedervereinigung feierte, da stand eine richtig bewegte Ehefrau Hannelore daneben, die den Stolz ihres Mannes teilte: „Das sind die Augenblicke, die nur durch die Politik möglich sind, bei denen dann das Herz vor Freude doppelt so schnell schlägt.“

Für Familienleben freilich hatte der „Kanzler der Einheit“, der sein Leben und seine Tätigkeit zunehmend mehr im Geschichtsbuch als im Alltag sah, danach noch viel weniger Zeit.

Hannelore Kohl bemerkte es mit zunehmender Verbitterung. Man müsse „vor allem warten können“, gestand sie 1992 der ZDF-Reporterin Barbara Friedrichs. Aber nach „vier, fünf Stunden echten Wartens“ könne man nur noch von einem Hund verlangen, dass er sich immer noch freut. Bitter fügte sie hinzu: „Ich habe von unserem Hund gelernt.“

Wenig später begann ihre Krankheit. Ein geplantes großes Festessen zu ihrem 60. Geburtstag wurde abgesagt, weil sie 1993 nach einer Grippe-Infektion und schwerer Penicillin-Allergie im Ludwigshafener Krankenhaus lag. Schon als junge Frau hatte sie offenbar einmal unter dieser Allergie gegen die Ultraviolettstrahlungen im Sonnenlicht gelitten, damals sei sie aber geheilt worden, heißt es im Kreise ihrer Bekannten.

Nun erzählte sie „Bild“: „Diese Allergie war furchtbar, überall Entzündungen der Haut, alles geschwollen, ich hatte schlimme Schmerzen, im Krankenhaus habe ich sofort Infusionen und starke Medikamente bekommen.“ Sie konnte kaum schlafen, nicht essen und hatte schwere Kreislaufprobleme. Nach einer Kur erholte sie sich zwar zunächst wieder und begann sich durch Arbeit abzulenken, aber wirkliche Besserung stellte sich nicht ein.

„Anfangs musste sie nur direktes Sonnenlicht meiden“, erinnert sich Hannelore Moos, die seit 1985 Hannelore Kohls Sekretärin im Konrad-Adenauer-Haus war und ihrer Chefin später zum ZNS-Kuratorium folgte, als der Alt-Kanzler als Parteivorsitzender aufgab. Ließ sich Sonnenlicht, beispielsweise bei einem Staatsbesuch, nicht vermeiden, dann nahm Hannelore Kohl vorbeugend Kortison.

Die Allergie äußerte sich durch Hautprobleme, vor allem aber Atemnot: „Sie bekam keine Luft mehr, alles schwoll an“, berichtet Moos. Und in den letzten zwölf Monaten verschlechterte sich der Zustand dramatisch: „Zum Schluss vertrug sie keinerlei Strahlen mehr, konnte nicht einmal fernsehen.“

Die Verbannung in die Dunkelheit des Oggersheimer Bunkers muss verheerend auf das Gemüt dieser Frau gewirkt haben, die immer gelächelt hatte, auch wenn es in Krisenzeiten der Kohl-Regierung hin und wieder ein eher maskenhaftes Lächeln war.

Seit Hippokrates ist bekannt, wie Kälte und fehlendes Licht auf die Stimmung drücken. Als „SAD(Seasonal affective disorder)-Syndrom beschreiben Psychiater heute das Leid jener Patienten, die ernsthaft depressiv werden. Epidemiologische Untersuchungen in den USA zeigen, dass rund 4 bis 13 Prozent der Bevölkerung zeitweilig, vor allem im Winter, SADkrank sind.

Häufig haben die Erkrankten auch ein Mischbild verschiedener depressiver Erkrankungen: Manche wirken verstimmt, bedrückt, wie zerschlagen – andere sind völlig antriebslos, liegen am liebsten im Bett und ziehen die Gardinen zu.

Helmut Kohl trug sich anfangs, nach Ausbruch der Krankheit seiner Frau 1993, ganz offenkundig mit dem Gedanken, die Politik aufzugeben. Er wirkte, wie Beobachter in Bonn registrierten, zeitweilig müde und lustlos und entschied sich erst zögernd zur Wiederwahl 1994, die knapp genug ausging.

Die Politik ließ ihn auch danach nicht los. Die Vorstellung, in Oggersheim neben seiner kranken Frau zu sitzen, schien ihm im Vergleich zu den öffentlichen Aufgaben, auf die er sich berief, wohl doch zu unattraktiv.

Daheim, das waren für die Kohls seit 30 Jahren die gepflegten Straßenzüge Oggersheims zwischen Schiller- und Marbacher Straße, die die Einheimischen „Goldstaubviertel“ nennen.

In der Siedlung, die sich zwischen freiem Feld und Hochspannungsmasten ersteckt, riecht es ein wenig nach verblasstem Wirtschaftswunder. Hinter den Villen aus weißen Klinkersteinen wässern Familienväter den Rasen, Hausfrauen bestücken Wäschespinnen. Und am Horizont ragen die Plattenbauten und Chemie-Schornsteine Ludwigshafens in den Himmel – Schauplatz des öffentlichen Endes einer vermeintlich privaten Frau.

Die Oggersheimer glaubten stets mehr zu wissen über das Eheleben der Kohls, als durch die Medien bekannt wurde. Pries der Kanzler auf Parteitagen den hohen Wert der „Familie“, schüttelte manch einer vor Ort den Kopf. Die Bäckerei Kudraß, in der Oggersheimer Schillerstraße, drei Gehminuten vom Bungalow der Kohls entfernt, ist eine der heimlichen Informationsbörsen, aus denen sich die Neugierde der 15 000 Einwohner in dem Ludwigshafener Stadtteil Ogge rsheim bisweilen nährt.

Hier wird beim Kauf von Brötchen und Kuchen mit allem gehandelt: Affären, die er gehabt habe, Affären, die sie gehabt habe, Schmutz eben, eine Menge Schmutz.

Die Alternative dazu hieß für Helmut Kohl Berlin – Umzug, neues Kanzleramt, vergrößertes Europa. Kein Wunder, dass er sich, trotz negativer Meinungsumfragen und hartnäckiger Warnungen seines damals noch engsten politischen Freundes Wolfgang Schäuble, 1998 noch einmal zur Wahl stellte. Diesmal verlor er.

Hannelore Kohl hatte ihn mit öffentlichen Auftritten und Reden noch einmal loyal zu unterstützen versucht, doch wirkte sie nicht allzu enttäuscht, als alles vorbei war. Nach den Strapazen des Wahlkampfes habe sie erst mal ausgeschlafen, ließ sie wissen.

Die Zukunft sah sie positiv. Was sie denn tun würde, wenn Helmut Kohl die Wahl verlöre, hatte sie der SPIEGEL gefragt. Hannelore Kohl: „Machen Sie sich mal keine Sorgen, das schaffen wir schon. Dann werden wir uns auf einen Bauernhof zurückziehen, da kommen wir durch.“

Doch nachdem der Ex-Kanzler sich ausgiebig nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als historischer Staatsmann hatte feiern lassen, brach die Parteispendenaffäre über ihn herein, und noch einmal nahm er die Solidarität und Loyalität seiner hinter dunklen Jalousien in Oggersheim ausharrenden Ehefrau in Anspruch. Das ungeliebte Haus wurde mit Hypotheken belastet, um die Strafe abzutragen, die der CDU durch die kriminellen Aktionen ihres inzwischen abgesetzten Ehrenvorsitzenden auferlegt worden waren. Wie Helmut Kohl zeichnete auch Hannelore Kohl 250 000 Mark.

In seinem Tagebuch notierte Helmut Kohl am 3. Januar 2000: „Die Bonner Staatsanwaltschaft eröffnet ein Ermittlungsverfahren gegen mich; der Beschluss wird mir zugestellt. Damit habe ich gerechnet. Für meine Frau ist das Ganze ein Schock. Auch meine Kinder und ihre Familien sind sehr betroffen. Sie müssen erleben, wie sehr sie in ihrem persönlichen und beruflichen Alltag durch den Namen Kohl jetzt negativ abgestempelt sind. Während die Einrichtung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses noch als Plattform der politischen Auseinandersetzung gelten mochte, hat diese öffentliche Erklärung der Staatsanwaltschaft viel gravierendere Wirkungen und stellt mich und meine Familie vor stärkere psychische Probleme.“

Für Hannelore Kohl waren die Schicksalsschläge damit nicht zu Ende. Es begannen die Spekulationen darüber, dass auch ihr Lebenswerk, das Kuratorium ZNS, das bis Ende 2000 fast 40 Millionen Mark für Hirnverletzte gesammelt hatte, benutzt worden sein könnte, um CDU-Spenden zu waschen. Die Wohltäterin war zutiefst verletzt. Und geradezu panisch machte sie die Vorstellung, Staatsanwälte könnten wegen der Spendenaffäre zu einer Hausdurchsuchung anrücken. Helmut Kohl klagte vor Vertrauten: „Ich fürchte, meine Frau steht das nicht durch.“

Denn die war ja längst auch körperlich geschwächt und labil.

Enge Mitarbeiter berichten, sie sei dennoch bis zuletzt kämpferisch gewesen. Die letzte Vorstandssitzung des Kuratoriums ZNS habe sie, sagt Vizepräsident Coordt von Mannstein, „über mehrere Stunden äußerst konzentriert geleitet“. Erst als die Sitzung vorbei war, habe sie Emotionen zugelassen. „Da hat sie ihr Leid geklagt“, sagt Mannstein, „da gab sie zu, dass es ihr immer schlechter ging.“

Auch vor den 35 Mitgliedern des ZNS-Beirats wollte sie sich keine Blöße geben. Sie konnte sich so gut verstellen, dass „wir die Dramatik ihrer Krankheit unterschätzt haben“, sagt Beiratsmitglied Erwin Radek. Aber irgendwann, berichtet Paul Walter Schönle, Ärztlicher Leiter der Kliniken Schmieder in Allensbach, „habe ich gemerkt, wie tief sie davon getroffen war, nicht mehr unter Leute zu können“. In einem Gespräch sei sie den „Tränen nahe gewesen“, er habe sie „am liebsten in den Arm nehmen wollen“.

Ihre Krankheit begann sie aufzufressen. Medizinisch hat sie alles ausprobiert, um mit ihr fertig zu werden, suchte auch Experten im Ausland auf – und wurde jedes Mal enttäuscht. Nichts half. Und so wurde das letzte Interview der Hannelore Kohl, ein Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ am 1. April 2001, zur logistischen Schwerst-

arbeit. In einer abgedunkelten Limousine wurde sie nach Bonn gefahren; zum Schutz vor aufgeblendeten Scheinwerfern trug die Passagierin eine Sonnenbrille. In Bonn, im Maritim-Hotel, waren die Fenster mit dunklen Tüchern verhängt und matte Dimmbirnen in die Lampen geschraubt worden.

Noch am Montag voriger Woche telefonierte Hannelore Kohl mit ihrer Interviewerin. Zuletzt sagte sie, sie wolle sich wieder melden – dazu kam es nicht mehr. „Am Ende war einfach die Kraft nicht mehr da weiterzumachen“, vermutet die Sekretärin Moos. Doch wenn Hannelore Kohl Depressionen gehabt haben sollte, dann ließ sie es sich jedenfalls nicht anmerken. „Sie war so diszipliniert wie immer.“

Trotzdem – im Hause der Kohls in Oggersheim begann die Szenerie gespenstisch zu werden. Tagsüber mussten die Rollläden heruntergelassen werden, Hannelore Kohl saß in einer dunklen Schwermutshöhle. Nur nachts konnte sie auf die Straße, am Tag trug sie manchmal eine Augenbinde.

Dass ihr Zustand in Wahrheit längst katastrophal war, wurde allen im Umfeld der Familie klar. Als ihr Sohn Peter Ende Mai in der sonnigen Türkei heiratete, saß Hannelore Kohl allein hinter den Jalousien des Bunkers von Oggersheim.

„Ich verbrenne von innen“, sagte sie einer Freundin. Eine andere berichtete: „Ich habe sie gesehen: Sie hatte eine Babyhaut, eine Porzellanhaut, sie war eine Schönheit. Die Krankheit ist bei ihr nach innen gewachsen, aber das ist noch viel schlimmer, als wenn es die äußerliche Variante gewesen wäre. Diese Form war nicht heilbar.“

Schmerzen habe sie gehabt, unendlich viele Schmerzen. Und Tabletten hat sie dagegen geschluckt, unendlich viele.

Und doch haben die Menschen, die Hannelore Kohl nahe waren, nicht mit einem Selbstmord gerechnet. „Am Montag hatte Frau Kohl noch angerufen und einen Termin für die kommende Woche abgesprochen, das Hotelzimmer war schon bestellt“, erzählt ihre Sekretärin, „ich sollte Briefe vorbereiten, sie wollte ihre Post fertig machen, ehe sie mit ihrem Mann für vier Wochen nach Sankt Gilgen in den Urlaub fahren wollte.“

Hannelore Kohl, so blieb es bis zum Ende, war eine Frau der Widersprüche. Eine eben, die in der Schule die Fächer Mathematik und Physik geliebt hatte – und dann doch das Frauenbild einer Generation dadurch prägte, dass sie immer still im Hintergrund blieb. Eine disziplinierte, pflichtbewusste Frau, die gleichwohl mit ihren Freundinnen kicherte und gluckste, wenn Fremde sagten, sie sehe aber aus wie die Frau vom Kohl. Eine penible Frau, die den Bürgermeister ihres Kurorts Bad Wiessee auf jede demolierte Bank hinwies – und manchmal auch eine Diva, die in Frankfurt nach Geschäftsschluss Kleider einkaufen wollte.

Darum überrascht es auch nicht, dass die Menschen, die in ihren letzten Tagen an der Seite Hannelore Kohls waren, unterschiedliche Bilder malen; sie können die eine Episode nicht ohne Brüche mit der nächsten zusammenführen.

Mitte der vorvergangenen Woche erschien Hannelore Kohl beispielsweise im Restaurant „Oggersheimer Hof“, begleitet von einem Freund. Sie trug ein Kopftuch, einen Schleier, eine Sonnenbrille, alles also wie immer, wenn sie in der Dämmerung unterwegs war. Sie setzte sich draußen im Biergarten an einen Holztisch mit Blümchendecke und trank Diabetiker-Fruchtsaft, auch das war wie immer. Doch dann wurde das Gespräch laut, schnell war es ein „Wortgefecht“, und nach einer halben Stunde sprangen die beiden Gäste auf. Und sie hastete zu Fuß davon.

Drei Tage später, am Samstag, dem 30. Juni, saß das Ehepaar Kohl fröhlich beisammen. Helmut Kohl hatte im „Deidesheimer Hof“ in Deidesheim an der Weinstraße einen Tisch für vier Personen reservieren lassen. Das Gasthaus hat für die Kohls eine ziemlich große Bedeutung: Hier, auf dem Höhepunkt seines politischen Erfolgs, speisten schon 1989 die Ehepaare Kohl und Gorbatschow.

Der Alt-Kanzler erschien kurz nach 20 Uhr zusammen mit Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel und Anton Pfeiffer, dem einstigen Staatsminister im Kanzleramt. Die Herren orderten Riesling und Matjes und begannen mit dem Essen. Gegen 22.30 Uhr, nach Einbruch der Dunkelheit, kam Hannelore Kohl hinzu. Sie ließ sich alkoholfreies Bier servieren und wählte als Hauptgang Zanderfilet auf Pfifferlingslauch mit Kartoffel-Gnocchi, dazu Mineralwasser.

Gastronom Manfred Schwarz fiel besonders die „sehr gelöste Stimmung“ der Hannelore Kohl auf. Nach dem Essen habe sie noch mit dem Personal gescherzt, was sie, so Schwarz, „sonst nicht tat“. Erst nach ein Uhr beglichen die Gäste die Rechnung in bar und traten in getrennten Limousinen den Heimweg an.

Und nur eine Woche später sprachen alle Menschen in Oggersheim über die Rätsel dieses Selbstmordes. Warum habe die 68-jährige Frau ihren Tod gerade so inszeniert, im Schlafzimmer des Familienhauses?

Jedem Selbstmord geht ein langer Prozess von Frustrationen voraus, die das Opfer nicht mehr in den Griff bekommt. Aggressionen können nicht mehr nach außen abgelassen werden – und dann richtet der oder die Lebensmüde diese Aggressionen schließlich gegen sich selbst.

Ein Suizid innerhalb einer Ehe hat zwei Opfer: Der Überlebende bleibt zurück, gleichsam bestraft – und ohnmächtig mit all seinen Schuldgefühlen und ohne die Möglichkeit, je wieder mit der Verstorbenen sprechen zu können.

Zur „Auffindesituation“ am Tatort halten sich Staatsanwaltschaft und Polizei bedeckt. Hannelore Kohl hat im Bett gelegen, heißt es, und sie hatte in ihrer unmittelbaren Nähe einen ersten Abschiedsbrief platziert. Das weiße Din-A4-Blatt trug keine persönliche Anrede und sei, so Ermittler, „neutral“ an diejenige, unbestimmte Person gerichtet gewesen, die den Raum zuerst betreten würde.

Alles habe, so ein Fahnder, „gewirkt, als hätte jemand sein Leben wohl geordnet verlassen wollen“. Die einzelnen Umstände ließen auf einen „lange durchdachten, durchlebten Plan“ schließen, während der Tod nach außen hin in aller Stille eintreten und „nicht demonstrativ brutal“ erscheinen sollte. An die Tür hatte Hannelore Kohl einen gelben Zettel geklebt: „Bin spät ins Bett gegangen. Bitte nicht stören.

Möchte länger schlafen“, soll darauf gestanden haben.

Auf dem Nachttisch, so sagt ein Ermittler, habe ein Gefäß mit einer gelben Pampe gestanden, einem Cocktail aus aufgelösten Tabletten. Die Rede ist von „richtigen Hämmern“, unter anderem Morphium und Nandrolon, und dieses Gebräu habe Hannelore Kohl mit einem Strohhalm aufgesogen.

Rein kriminalistisch blieben keine Fragen offen. Die Abschiedsbriefe wurden von der Kriminalpolizei mit digitalen Kameras fotografiert und im Ludwigshafener Präsidium unter Verschluss genommen. Dort liegt auch das Videoband, auf dem die Szenerie im Hause Kohl dokumentiert ist.

Noch am Donnerstagnachmittag legte die Staatsanwaltschaft Frankenthal das „Todesermittlungsverfahren zum Nachteil der Kohl, Hannelore“ zu den Akten. Tags darauf, am Freitag um 12.48 Uhr, erschien ein silbergrauer Leichenwagen in der Marbacher Straße.

„So ein abgelichtetes Leben will verkraftet sein“, hat Hannelore Kohl einmal gesagt. Jetzt hat sie es hinter sich. Und Kardinal Karl Lehmann hebt in seinem Kondolenzbrief nicht nur ihre Verdienste um Unfallopfer hervor, sondern auch, dass sie ihrem Mann zur Seite stand. „Auch wenn man nicht viel darüber spricht, so ist dieser Dienst der Ehefrauen der verantwortlichen Politiker nach innen und nach außen von größter Bedeutung und wird vielfach unterschätzt.“

Wie sehr, das wird Helmut Kohl jetzt erleben.

KLAUS BRINKBÄUMER, ALMUT HIELSCHER, CARSTEN HOLM, JÜRGEN LEINEMANN, UDO LUDWIG, HARTMUT PALMER, SVEN RÖBEL, RÜDIGER SCHEIDGES, BARBARA SCHMID, WILFRIED VOIGT

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DAS LEBEN DER HANNELORE KOHL

7. März 1933 Hannelore Kohl wird in Berlin als Tochter des Ingenieurs Wilhelm Renner und seiner Frau Irene geboren

1935 Umzug nach Leipzig, wo sie ihre Kindheit verlebt

1945 Flucht mit der Familie in die Pfalz, die Heimat des Vaters

1948 Bei einem Fest in Ludwigshafen lernt sie Helmut Kohl kennen

1951 Abitur in Ludwigshafen, Dolmetscherschule in Germersheim (Englisch, Französisch), Aufenthalt in Paris; anschließend Fremdsprachenkorrespondentin beim Chemiekonzern BASF

1960 Heirat mit Helmut Kohl

1963 Geburt von Sohn Walter

1965 Geburt von Sohn Peter

1969 Mit Kohls Wahl zum Ministerpräsidenten wird sie Landesmutter von Rheinland-Pfalz

1971 Eintritt in die CDU; Übernahme der Schirmherrschaft der Walter-Poppelreuter-Klinik des Bundes Deutscher Hirnbeschädigter (BDH) in Vallendar bei Koblenz

1982 Mit dem Beginn der Kanzlerschaft ihres Ehemannes betritt Hannelore Kohl das Parkett der Weltpolitik

1983 Gründung des Kuratoriums ZNS für Unfallverletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems in Bonn und seitdem deren Präsidentin

1985 Veröffentlichung des Kochbuchs „Was Journalisten anrichten“

1988 Verleihung des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz

1990 Hannelore und Helmut Kohl feiern vor dem Berliner Reichstag die deutsche Einheit

1993 Gründung der Hannelore-Kohl-Stiftung für Unfallopfer zur Förderung der Rehabilitation Hirnverletzter

1993 Erkrankung an Lichtallergie als Folge einer Penicillin-Medikation

1995 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Greifswald

1996 Hannelore Kohl stellt mit Sterne-Koch Jürgen Langenbacher ihr Kochbuch „Kulinarische Reise durch deutsche Lande“ vor

1997 Auszeichnung mit der „Goldenen Ehrennadel“ der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie

1998 Die Wahlniederlage ihres Mannes bedeutet auch für Hannelore Kohl den Rückzug aus der Öffentlichkeit

1999 Sie wird Geschäftsführerin der Politik- und Strategie-Beratung P&S GmbH, Ludwigshafen, einer Firma ihres Mannes. Zweck des Unternehmens: strategische Beratung von Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen im politischen und wirtschaftlichen Bereich

1999 Verleihung des „Großen Verdienstkreuzes mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“

2001 Wegen ihrer fortschreitenden Krankheit kann Hannelore Kohl nicht an der Hochzeit von Sohn Peter in der Türkei teilnehmen

2001 Eine türkische Wohlfahrtsvereinigung wählt sie zur „Schwiegermutter des Jahres“

5. Juli 2001 Hannelore Kohl wird um 11.15 Uhr tot in ihrer Wohnung in Ludwigshafen-Oggersheim aufgefunden; sie starb an einer Überdosis Tabletten

* Am vergangenen Freitag. * Beim Sommerurlaub am Wolfgangsee 1975 auf einem zusammenbrechenden Weidenzaun mit den Söhnen Peter und Walter; beim Ski-Urlaub im Allgäu 1978; Weihnachten 1969 in Oggersheim mit den Söhnen Peter und Walter. * Mit Hans-Dietrich Genscher (l.) und Richard von Weizsäcker am 3. Oktober 1990 vor dem Berliner Reichstag. * Mit Brautvater Kemal Sözen, Braut Elif, Brautmutter Jale, Kohl am 26. Mai in Istanbul. * Links: Am vergangenen Freitag auf dem Oggersheimer Grundstück; oben: Kohl-Bungalow mit Polizeieinsatzfahrzeugen am vergangenen Donnerstag.

DER SPIEGEL 28/2001
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