LTT  ( LymphozytenTransformationsTest )

Was sind Lymphozyten?

Lymphozyten die zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gehören sind die eigentlichen Abwehrzellen des menschlichen Körpers. Dabei werden zwei Typen von Lymphozyten: B-Lymphozyten und T-Lymphozyten unterschieden. Von beiden Unterarten existieren kurzlebige Lymphozyten, die nur wenige Tage aktiv sind, und langlebige Lymphozyten, die mehrer 100 Tage ihren Dienst versehen können. Letztere arbeiten als „Gedächtniszellen“ da sie in der Lage sind sich den Erreger einer Infektion zu merken. Die T-Lymphozyten entstehen in den Lymphknoten und greifen Bakterien und Fremdkörper direkt an. Dabei speichern sie die „Negativabdrücke“ der fremden Zelloberflächen (Antigene) und übermitteln sie mit Unterstützung der T-Helferzellen anderen T-Lymphozyten, die dann ebenfalls in der Lage sind, die fremden Zelloberflächen zu zerstören. Diesen Vorgang nennt man zelluläre Immunantwort.

Im Gegensatz dazu resultieren durch die B-Lymphozyten hervorgerufenen Reaktionen in einer Antikörperbildung speziell gegen ein Antigen, man nennt diese humorale Immunantwort die in der Regel mit dem ELISA und Westernblot getestet wird.

Beim LTT (LymphozytenTransformationsTest) wird die T-zelluläre Immunanwort getestet.

Nun stark vereinfacht zum Testprinzip dieses LTT. Das Patientenblut wird einzelnen Borrelien-Antigene (z.B. OspA Antigen) ausgesetzt und die Reaktion der T-Lymphozyten auf diese beobachtet und gemessen. Die Ergebnisse werden als Stimulationsindex SI angegeben. Dieser Wert beschreibt das Verhältnis der Wachstumsrate der Lymphozyten mit oder ohne Kontakt zum getesteten Fremdkörper. Wenn der Patient noch nie Kontakt mit Borrelien hatte, oder der Kontakt schon lange zurück liegt, ist keine Gedächtnisfunktion vorhanden und die Lymphozyten reagieren normal mit Stimulationsindex SI =1. Liegt jedoch bei einem Patienten eine akute oder eine nicht all zu lang zurückliegende Borrelieninfektion vor, haben die Lymphozyten ein „Gedächtnis“ gegen die Borrelienantigene und reagieren um das mehrfache stärker. Stimulationsindex SI = 4 bedeutet also, dass die T-Lymphozyten 4 fach stärker als ohne ein Erregergedächtnis reagieren. Da dieses ein sehr kompliziertes Testverfahren ist, das nur wenigen Speziallabors beherrschen, sind natürlich auch Messfehler besonders bei niedrigen Werten möglich. Um diese Messfehler möglichst auszuschließen wird in der Regel erst ab einem eindeutigen Stimulationsindex SI > 3 (größer als 3) dieses als positives Ergebnis gewertet. Zwischen SI=2 und SI = 3 gilt dieser meist als grenzwertig und unter 2 als negativ.

Da der LTT im Gegensatz zum ELISA und Western-Blot nicht das „humorale“ sondern das „zelluläre“ Immunsystem testet ist dieser deshalb gerade bei grenzwertigen Ergebnissen ein guter zusätzlicher Test. Dieser ist aber ebenfalls wie der ELISA und Western-Blot kein Direktnachweis einer Infektion und kann deshalb auch nicht definitiv eine bestehende Borreliose nachweisen. Wegen der kürzeren Lebensdauer der T-Lymphozyten welche die sogenannten Gedächtnisträger für den Erreger beim LTT sind, deutet ein positiver Befund auf eine aktive Infektion oder zu mindestens darauf hin, dass die Infektion nicht all zu lange zurückgelegen hat. Beim ELISA können z.B. die IgG Antikörper auch noch viele Jahre bis lebenslang nach einer „ausgeheilten“ Infektion bestehen. Auch zur Verlaufskontrolle scheint der LTT wesentlich schneller auf Veränderungen zu reagieren als der z.T. sehr träge ELISA. Die Messwerte der LTT decken sich nach Erfahrungen eher mit dem Befinden des Patienten, welche beim ELISA nicht selten völlig konträr zu den Beschwerden sind und deshalb keinerlei Aussagen zum Krankheitsstand erlauben.

Nachteil des LTT sind, dass dieser nur in wenigen Laboratorien verfügbar ist, noch keine Ringtests zum Nachweis der Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit vorhanden sind, sowie die relativ hohen Kosten dieses Tests. Vom nationalen Referenzzentrum und dem RKI wird der Einsatz des aufwendigen LTT derzeit nicht als Routinetest empfohlen. Wenn ein Arzt jedoch den LTT für nötig hält wird dieser anstandslos von den gesetzlichen Kassen bezahlt.

Das Hauptkriterium der Diagnose Borreliose bleibt aber immer noch das klinische Bild (Symptome),
die ganzen Bluttests dienen dabei nur zur Unterstützung !!

Weitere Informationen zum LTT

Die Bedeutung des LTT in der Diagnostik der Borreliose

Laborzentrum Ettlingen: LTT in der Borreliose-Diagnostik

Borreliose SHV Berlin: Diagnostik der aktiven Borrelieninfektion mit dem Lymphozytentransformationstest

IMD-Berlin: Lymphozytentranformationstest (LTT-Borrelien) zur Diagnostik der aktiven Borrelieninfektion

Medizinisches Labor Bremen: Lymphozytentransformationstest

Borreliosemagazin Nr.9: 9.13 LTT-Borrelien als Routinetest in Frage gestellt

Stand der immunologischen Methoden bei der Diagnostik und der Verlaufsbeobachtung der Borrelioseinfektion
Vortrag von Prof. Rüdiger von Baehr bei der Jahresversammlung 2005 und Symposium zur Diagnose und Therapie der Lyme-Borreliose der Borreliose-Gesellschaft am 5. und 6. März 2005 in Jena

Laborzentrum Ettlingen: Lymphozytentransformationstest mit Borrelien-Antigenen (Borrelien-LTT)
• Was geschieht, wenn durch einen Zeckenstich Borrelien in den Körper eingedrungen sind ?
• Wie funktioniert der Borrelien-LTT ?
• Hinweis zur Kostenerstattung

Borreliose Selbsthilfegruppe Ulm / Neu-Ulm

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source: http://borreliose-ulm.homepage.t-online.de/LTT.htm

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